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Neues 10tes Bundesland!

03.12.2009 14:14

Nun ist es endlich offiziell! Österreich hat ein neues, ein 10tes Bundesland! Was weder dem glorreichen österreichischen Heer gelungen ist, welches ja bekanntermassen alle Kriege verloren hat, noch der österreichischen Gebirgsmarine, noch den viel gepriesenen schönen Töchtern österreichischer Herrscher, haben nun die österreichischen Banken, genauer gesagt deren Topmanager endlich erfolgreich geschafft: Wir haben ein neues Bundesland akquiriert!

Mag nun der geübte Österreicher denken, sicherlich wäre Südtirol gemeint, vielleicht auch Böhmen, vielleicht die Gegend um Sopron und Györ, Optimisten meinen sogar Bayern, aber weit gefehlt, es ist ein wesentlich wertvollerer Asset!

Die kleinkariert denkenden Österreicher sind eben historisch verfangen und kommen daher nicht weiter. Wirklich global denken wieder einmal österreichische Bankmanager!  Diesen ist es tatsächlich gelungen, Dubai als zehntes österreichisches Bundesland zu erobern. Nicht falsch verstehen, nicht mit Waffengewalt oder mit Heirat haben sie dieses vollbracht, sondern mit heroischem, beispiellosem Bewerfen mit Geld wurden die islamischen Verteidigungswälle geknackt! Dass das noch dazu Dubai war, welches von uns allen als Hochburg des arabischen Geldadels angesehen wurde, bedarf der aussergewöhnlichen Würdigung der österreichischen Bankmanager. Niemand sonst würde es schaffen, ein derartiges Land, das auf namhaften Ölquellen sitzt, wirklich durch nachhaltiges Bewerfen mit Geld zu erobern. Herzliche Gratulation zur Erstürmung dieser ausgemachten Bastionen des konservativsten Islam und der Ölscheichs.

Wir Österreicher haben es geschafft. Woran Briten, Türken, der Irak und die Amerikaner gescheitert sind, schaffen unsere Bankmanager!. Wir sind wahrhaft stolz auf solche Mitbürger und wünschen uns, dass wir mehr davon hätten.

Man darf sich fragen, was denn zu diesem unsagbaren Erfolg geführt hat:

  1. Die Kommunalkredit, ein Institut, welches als primäre Aufgabe die Finanzierung der österreichischen Kommunen in den Satzungen festgeschrieben hat, hat sich über diese ihre eigenen lächerlichen Kernkompetenzen grandios und glorreich hinweggesetzt und stattdessen die Eroberung des 10ten Bundeslandes mit unbedeutenden knapp 100 Millionen Euro in Angriff genommen.Ganz klar haben deren Bankmanager entschieden, dass dieses Geld natürlich keinesfalls österreichische Kommunen benötigen, sondern eben das neue 10te Bundesland.
  2. Die österreichischen International Player unter den Banken haben durch deren Topmanager ebenfalls zu diesem Angriff auf das 10te Bundesland beizutragen, mit einer lächerlichen Summe von insgesamt ca. 1,8 Milliarden Euro für diese Region der Emirate.

Auch diese Institute haben sich der schwachsinnigen inländischen Verpflichtung, inländisches Spargeld auch an inländische Unternehmungen und Gewerbetreibende zu vergeben, glorios und weltoffen hinweggesetzt und dadurch die Eroberung des neuen 10ten Bundeslandes möglich gemacht,

Wen kümmert schon die Existenz oder Nichtexistenz eines österreichischen Elektrikers, eines österreichischen mittelständigen Unternehmens, oder einer österreichischen Kommune dann, wenn die wirklich grosse Herausforderung, nämlich Dubai,  ansteht? Es wäre völlig kleinkariert und engstirnig gedacht, würde man das Geld österreichischer Sparer auch österreichischen Unternehmungen zur Verfügung stellen. Wo käme man denn da hin? Das wäre ja nicht EU-konform und auch keinesfalls globalisierungskonform. Wir müssen weltoffen denken und unser aller erspartes Geld in Staatsfonds von Dubai stecken, welche nachher in Konkurs gehen und Zahlungsunfähigkeit erklären. Das ist mit Sicherheit der Weisheit letzter Schluss und ganz einfach liberal und weltoffen gedacht. So muss es sein und alles andere ist engstirnig und regionalpolitisch determiniert.

Ein Hoch auf die Bankmanager der zitierten Institute!

In diesem Sinne dürfen wir als mittlere Steuerberatungskanzlei in Österreich, welche wohl nicht den Horizont für weitläufiges Denken und internationale globalisierende Ansichten unserer gewaltigen Bankmanager nachvollziehen kann, nur mehr in Ehrfurcht erstarren.

Gott sei Dank gibt es in Österreich kein Institut und keine politische Verantwortlichkeit, welche diese weltoffenen Finanzierungstaktiken und Beiträge zur internationalen Geldvernichtung unserer österreichischen Bankmanager überprüft oder gar vielleicht abstellt!

Es zeichnet in gebührender Demut

Ihr Dr. W.

PS: Eine Frage sei gestattet: Wie viele Spareinlagen von Bürgern Dubais gibt es bei den österreichischen Bankinstituten?

Referenz: http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/399966/index.do