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Götter, Kirchen und Menschen

29.03.2010 08:01

Über Götter wurde schon viel nachgedacht, geredet und geschrieben. Die Menschheit hat sich schon immer mit einer Vielzahl von Göttern beschäftigt. Ob es die Tiere auch tun, wissen wir nicht.

Wenn aber die Vielzahl aller anderen Lebensformen keinen originären Zugang zu den Göttern hat und offensichtlich auch nicht braucht, liegt der Schluss nahe, dass Götter in aller Vielfalt und allen ihren historischen Ausprägungsformen immer ausschließlich menschlichen Bedürfnissen gerecht werden.

Schon die alten Ägypter haben alle paar Generationen leicht und problemlos ihre Götter gewechselt. Gewisse Götter kamen ganz einfach in Mode. Religionen werden auch heute noch ganz einfach gewechselt, weil sie etwas anderes versprechen als andere.

Priester und Kirchen haben sich ganz einfach parallel zu den Göttern als Manifestation des menschlichen Bedürfnisses nach etwas Realem, Handfestem auch in diesem Transzendentalbereich entwickelt. Auch jeder Klerus wird von Menschen gewählt, von Menschen gemacht und von Menschen akzeptiert. In allen Kulturen verstanden sich die Priester immer als den Göttern näher stehend als den normalen Menschen, benahmen sich absonderlich, genossen ihre von den Menschen gewährte Autorität und übten diese entsprechend aus.

Aber auch von ihnen ist keiner jemals einem der Götter begegnet. Der Klerus ist deshalb genauso menschlich wie die anderen Menschen.

Wenn aber nun die Menschen sich selbst Götter erschaffen, weil sie es so haben wollen, ist das wiederum zutiefst menschlich. Dazu wählen sie mit ihren menschlichen Mitteln einen Klerus aus ihrer eigenen menschlichen Mitte.

Deswegen sind die Religionen, so, wie sie sind, und ihr jeweils dazugehöriger Klerus, so wie er ist, ein Spiegelbild der Menschen, wie sie eben sind.

Durch die Evolution, ihre Neugierde und ihre Wissenschaft haben sich die Menschen verändert und verändern sich immer schneller. Daher müssen sich – in Anbetracht des vorhin dargelegten – auch deren jeweilige Götter und deren dazugehöriger Klerus verändern – immer schneller.

Quot erat demonstrandum.

Ob diese evolutionäre und menschenfreundliche Erkenntnis bei allen Klerikalen so angekommen ist, bezweifelt


Ihr ergebener Dr. W.