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Die griechische Tragödie

17.03.2010 11:43

Welch ein Land! Sommer, Sonne, Küste, warmes Meer, Kalamari, Pistazien, Rezina und jede Menge Mittelmeerflair, alles was man sich von einem Sommerurlaub wünscht, ist in Griechenland vorhanden.

Welch eine Kultur! Uralt, von den großen Kriegern bis zu den großen Philosophen und Wissenschaft ist alles vertreten. Von Olympia bis zu den Göttern und der Mathematik haben wir vieles von den Griechen lernen können.

Doch das war einmal. Die griechische Tragödie findet in realita heutzutage statt: 

  • 25% der Griechen sind Staatsbeamte
  • 90% der griechischen Geschäfte haben keine Registrierkasse
  • 95% der Griechen erklären ein Einkommen von unter € 2.000,- p.M.
  • Das Pensionsantrittsalter der Griechen beträgt durchschnittlich 48 Jahre, wie bei der ÖBB!
  • Haushaltsdefizit von 12,7% des BIP
  • Staatsbetrug durch Steuerhinterziehung ist eine tägliche Selbstverständlichkeit, über die nicht einmal geredet wird. Wer es nicht tut, ist selber schuld. Und das Heer von Beamten sitzt da und schaut tatenlos dabei zu.
  • Die Staatsverschuldung beträgt ein Mehrfaches des BIP – ohne Aussicht auf Besserung
  • etc.

Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Doch die wirkliche Tragödie ist: 

Der Staat Griechenland betrügt die EU durch gefälschte Budgetzahlen, um in den Euro aufgenommen zu werden. Anschließend betrügt der Staat Griechenland die EU jährlich laufend durch die Vorlage von falschen Budgetzahlen. 

Jetzt steht natürlich die Brüsseler Tragödie wieder einmal auf: Sind die dort
bescheuert? Hat das niemand kontrolliert? Ist es ihnen vielleicht bloß „nicht
aufgefallen“? 

Oder stecken die mit denen unter einer Decke? Wird der offene Betrug eine Ebene höher in Brüssel ganz einfach mitgemacht? 

Oder sind da irgendwelche Gelder geflossen, damit irgendjemand in Brüssel wegschaut? Ist vielleicht die EU-Kommission korrupt? 

Sind die Kontrolleure der EU-Kommission so blauäugig und so stockdumm, dass sie das nicht wussten? Dann arbeiten die wohl am falschen Platz, gehören entmündigt und der Führerschein entzogen. Europa muss endlich rebellieren gegen blendende Rhetoriker, ahnungslose Gutmenschen, blauäugige Idealisten und die abgehalfterten Versager-Politiker aus den Mitgliedsstaaten, die ganz einfach zur Versorgung nach Brüssel geschickt werden, weil man sie zu Hause nicht mehr brauchen kann. 

Die EU ist nun gerade dabei, sich das erschreckendste Armutszeugnis aller Zeiten auszustellen. Wie wird die griechische Tragödie enden? Wie immer: 

Großes Trommelgewirbel der Theoretiker und Plauderer. Griechenland wird ein
bisschen etwas leisten müssen und den großen Brocken der griechischen Schulden werden wieder einmal die braven Nettozahler der EU begleichen. Dazu gehört natürlich auch Österreich. Nun denkt Ihr ergebener Dr. W. als braver Buchhalter einfach noch ein bisschen weiter. Er versetzt sich in die Lage des österreichischen Steuerzahlers, der nun die Ehre hat, mit seinem Fleiß und seiner Hände Arbeit das griechische Leben in der Sonne zu finanzieren. Das der griechischen Griechen wohl gemerkt, nicht das eigene im Urlaub! 

Hat dieser österreichische Steuerzahler wirklich die tiefe Überzeugung, dass mit seinem Geld zumindest andeutungsweise seine eigene Infrastruktur und seine eigene Lebensqualität finanziert wird? Liebt er Griechenland wirklich so sehr? Oder beginnt er jetzt massiv darüber nachzudenken, ob es wirklich Sinn macht, jeden hart erkämpften Euro in die Bücher aufzunehmen? Was empfindet er wohl beim täglichen Anblick seiner Registrierkasse? 

Ihr ergebener Dr. W. denkt aber auch an die österreichische Finanzverwaltung. Macht es denen nach der griechischen Tragödie wirklich noch Spaß, die österreichischen Steuerzahler bis aufs Letzte auszupressen und dieses Geld nach Griechenland zu schicken? Haben die wirklich so viele griechische Freunde, dass sie das dann noch gerne tun? Wie denkt das BMF darüber? Die volkswirtschaftliche Abteilung wird sich flott überlegen, worin der Sinn besteht, die eigene Bevölkerung und das eigene Land auszupressen und das Geld nach Griechenland zu schicken.

Aber dann kam Dr. W. die große Erleuchtung! Na klar müssen die Österreicher ihr hart erworbenes und schwer verdientes Geld den Griechen schicken! Das ist ja die berühmt europäische Solidarität mit den armen, sonnengebräunten Griechen, welche sich sonst ihre geliebten Souvláki und das Glas Domestica nicht mehr leisten könnten!

Nun hat auch Ihr einfältiger Dr. W. es begriffen, der Groschen ist gefallen! Alles wird wieder gut. Wir arbeiten brav weiter und zahlen, weil wir ja so „reich“ sind. Die Griechen sind ja offiziell „arm“, daher muss die solidarische EU deren Schulden übernehmen. So hat das alles seine Richtigkeit, man muss nur solidarisch und EU-konform denken lernen!

Es begibt sich nun in die erste EU-konforme Denk-Klausur

Ihr ergebener Dr. W. 

P.S.: Was machen Sie, geneigter Leser und Unternehmer, wenn sich einer Ihrer Angestellten

  • durch gefälschte Zeugnisse und Qualifikationen den Zutritt in Ihrem Unternehmen erschleicht
  • Sie jährlich und laufend mit gefälschten Statistiken und Leistungserfassungen, gefälschten Arbeitsscheinen etc. betrügt? 

Diesfalls ist sogar das österreichische Arbeitsrecht eindeutig und ganz klar formuliert: Sofortige fristlose Entlassung wegen Vertrauensverlust.